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Elfmeterprofiteure

Elfmeterprofiteure

Liebe Fußballfreunde,

manchmal braucht selbst die bessere Mannschaft Unterstützung durch das allgemeine Fußballregelwerk. Dort steht geschrieben, auf Elfmeter, offiziell Strafstoß, ist zu entscheiden, wenn die verteidigende Mannschaft in ihrem Strafraum eine Regelübertretung begeht, die im restlichen Spielfeld mit einem direkten Freistoß zu ahnden wäre (meist ein Foul oder ein Handspiel). Dabei ist die reine Regelübertretung ausreichend, eine besondere Schwere im Sinne einer „Strafstoßwürdigkeit“ ist, anders als gelegentlich zu lesen, keine Voraussetzung.

Und die bessere Mannschaft mit dem Namen Bayern München benötigte am Freitagabend gegen den FC Augsburg direkt 2 Elfmeter, um überhaupt in den Genuss eines Sieges zu kommen. Der erste, wie oben beschrieben, entstand durch ein Handspiel. Der zweite, auch wie angedeutet, durch ein klassisches Foulspiel. Profiteur des Ganzen war einmal mehr Harry Kane. 5 seiner 14 Tore diese Saison gehen auf dieses Konto. 

Legt man hier das berühmte Zitat des durchaus bekannten Dampfplauderers Lothar Matthäus an („Wäre, wäre, Fahrradkette“ - bekanntlich eine kreative Variation des Zitats: „Hätte, hätte - Fahrradkette“, das ihm just bei einer fragwürdigen Elfmeterentscheidung in den Sinn kam), dann wäre der FC Bayern ohne die Erfindung dieser Regel aus dem Jahre 1891 nicht als Sieger vom Platz gegangen. Der ursprüngliche Gedanke der Regelauslegung war, dass harte Einsteigen und Treten der Abwehrspieler auszugleichen und für mehr Gerechtigkeit zu sorgen.

Beim Thema Handspiel im Strafraum scheiden sich aber mittlerweile die Geister. Welcher Bezug dabei dieses „Vergehen“ zum erdachten Ausgleich hat, kann man fußballphilosophisch bis in die Unendlichkeit diskutieren. Wäre also der Ball im besagten Spiel nicht dem Feldspieler mit Namen Mads Pedersen an die Hand gesprungen, wäre wahrscheinlich ein Unentschieden herausgesprungen. Lothar Matthäus würde sicherlich seinen Sandkopf darauf verwetten (noch so ein Zitat aus seiner Bestenliste: „Wir dürfen jetzt nur nicht den Sand in den Kopf stecken“). 

Nichtsdestotrotz, von der Regel profitieren nicht nur die Torjäger, sondern vor allem auch die Vereine. Die Saison 2024/25 beweist dies wieder einmal:

Immerhin 17 von 18 möglichen Bundesligavereinen haben heuer schon einen Elfmeter zugesprochen bekommen

Oder doch nicht? Auch beim Elfmeterschießen braucht man das gewisse Vermögen um den Ball wirklich zu „versenken“. Betrachtet man die o.g. Statistik, dann gibt es 5 Vereine, die eine 0%-ige Erfolgsquote inkl. des heutigen Spieltages aufweisen. Ganz bitter sieht es dabei aktuell für zwei Vertreter aus dem Südwesten der Republik aus. Schon jeweils dreimal war das Regelwerk freundlich dem jeweiligen Team zugetan und kein einziges Mal wurde diese Chance genutzt. Frei nach dem Motto “Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß!“ - für alle Ahnungslosen, dieser Spruch ist von Andreas Brehme.

Man kann daher nur festhalten, dass bei der Auswahl der Schützen auf deren Torriecher geachtet werden sollte. Frankfurt und München leben dies vorbildlich vor. Die Toptorjäger sind auch die gewählten Strafstoßschützen. Ähnliches gilt für das Versenken von Tipptreffern, egal welcher Couleur. Auch dieses Wochenende legten die Toptipper wieder eine durchaus beachtliche Bilanz hin und konnten punktetechnisch einnetzen. Dabei benötigen sie kein gefügiges Regelwerk sondern einzig und allein ihren Tippriecher. Gut, es gab den einen oder anderen aus dem hinteren Tabellendrittel, der ein wenig treffsicherer war! Aber vollumfänglich profitieren konnten sie noch nicht von ihrem positiven Tippausschlägen. Die Tabellenspitze ist noch ein wenig entfernt - aktuell!!!