We are back
Liebe Fußballfreunde,
wer aufmerksam diese (recht regelmäßig) erscheinenden wöchentlichen Zeilen liest, der erinnert sich, dass ich einen leichten Faible für Coventry City hege, die Sky Blues aus der gleichnamigen Stadt. Als ich noch im altehrwürdigen Stadion an der Highfield Road (wurde 2006 abgerissen) regelmäßiger Gast sein durfte, spielte der Club die zweite Saison in der neu geschaffenen Premier League. Man war sozusagen Gründungsmitglied und überstand die erste Saison als Tabellenfünfzehnter, die zweite sogar als -elfter. U. a. in der Premierenspielzeit startete der Verein mit sechs Siegen in den ersten acht Spielen und lag damit auf dem zweiten Platz, doch dann folgte eine Serie von elf Spielen ohne Sieg. Summa summarum beides mal stabile Saisons, ähnlich wie sie u. a. Augsburg oder auch Mainz seit Jahren spielen.
In den Folgejahren hielten sich die Citizens in der obersten Klasse noch bis zum Jahr 2001. In dieser Saison stieg die Mannschaft dann nach 34 Jahren in Folge aus dem Oberhaus (früher simple First Division) ab und ist seither nicht mehr zurückgekehrt. In der Saison 2017/18 traten die „Sky Blues“ sogar nur noch viertklassig auf und zeitweise trug der Klub seine Heimspiele im 50 Kilometer entfernten Northampton aus, da es zu einem massiven Streit über unbezahlte Stadionmiete kam. Man könnte meinen, man liest die Geschichte von 1860 aus München. Vereinsfarben verbinden, im Guten wie im Schlechten!
Nur dass der Club aus den Midlands es seit geraumer Zeit etwas besser macht als die Himmelblauen aus Giesing. Denn die Leidenszeit hat ein Ende! Die „Sky Blue Army“, wie die Fans der Sky Blues auch etwas martialisch genannt werden, skandiert seit dem Wochenende auf ihren Märschen unisono: „We are back! We are back!“, nachdem es 25 Jahre „We will be back!“ geheißen hatte. Durch ein Unentschieden bei den Blackburn Rovers sicherte man sich den Aufstieg in dieser Championship-Saison (früher Second Division). Seit im November 2024 der ehemalige Chelsea- und England-Captain Frank Lampard an der Seitenlinie steht, stabilisierte sich der Verein. Die Runde verlief auch zu Beginn fast ähnlich wie die 1992, nur mit dem Unterschied, dass die Mannschaft die anfängliche Serie aus 4 Siegen und 4 „Draws“ hielt und danach 7 Mal in Folge gewann bis zur ersten Saisonniederlage. Der Rest ist dann einfach erzählt. Es gab noch weitere 14 Siege und das reichte aus!

Schauen wir daher doch einmal auf die 2. Bundesliga. In Liga 1 ist ja nach diesem Wochenende fast alles klar. Bayern ist Meister, Heidenheim zu 95 % abgestiegen. Nur Wolfsburg und St. Pauli balgen sich noch um den Relegationsplatz. Okay, vergessen wir nicht den Kampf um die Champions-League-Plätze. Aber wer will denn jetzt noch Leverkusen helfen, um es nochmals etwas spannend zu machen? Gegen den FC aus Augsburg trotz eindeutiger Dominanz und 36 abgegebenen Torschüssen (neuer BL-Rekord in einem Spiel) mit dem Schlussakkord zu verlieren, sagt eigentlich alles. Der Kicker fragte zu Recht, ob es mehr schade oder eine Schande sei für Bayer.
Also, lieber 2. Liga: Kleiner Vergleich gefällig? Mit 85 Toren in 36 Spielen liegt Coventry City im Übrigen weit vor Schalke 04, dem aktuellen Tabellenführer in unserem Unterhaus. Die Knappen konnten ihre Tabellenführung wiederum verteidigen und sind mit 45 Treffern recht torarm unterwegs (aus 30 Spielen), auch wenn man am Sonntag mit 4:1 gewann. Edin Džeko, 40-jährige Tormaschine, fehlt leider verletzt – ein gewisses Manko im Schlussspurt. Die blaue Schalker Fanarmee, ähnlich verrückt wie das Pendant aus der englischen Industriestadt, würde sicherlich auch gerne „We are back“ herausschreien. Falls es klappt, wäre es dann eine Rückkehr nach 5 Jahren, aber davor war man ebenso wie die Engländer ununterbrochen 30 Jahre in der Bundesliga unterwegs. Damit können wir bilanzieren, dass es hierzulande spannend bleibt, während in England immerhin ein Aufsteiger schon feststeht.
Spannend bleibt es auch in unserem Tippspiel. An der Spitze gab sich keiner der Mitspieler eine größere Blöße. Zwar verloren Joschka, Lars und vor allem Siggi ein wenig an Boden nach ihren famosen Vorwochenergebnissen, aber der Abstand zu Frank ist weiterhin bei vier noch ausstehenden Spieltagen irgendwie so, dass er noch „machbar“ ist, rein theoretisch. Schlussendlich können wir aber mit Fug und Recht festhalten, dass Frank zurück ist nach 3 schwächeren Ergebnissen und zwar auf der Siegesstraße!