„kurz-kurz“ oder „lang-lang“
Liebe Fußballfreunde,
wer schon einmal mit dem Rennrad oder Ähnlichem unterwegs war, kennt die Begriffe „kurz-kurz“ oder „lang-lang“ sicherlich. Die Abstimmung über die richtige Bekleidung vor Beginn einer Tour kann auf die beiden Wortwiederholungen reduziert werden. Und wer hätte es gedacht: „kurz-kurz“ steht für kurze Hose, kurzes Trikot (ideal an warmen Tagen mit über 15°C), während „lang-lang“ (lange Hose, langarm Trikot/Jacke) für kühlere Temperaturen (z. B. unter 10–15°C) angewendet wird.
Nun gibt es Fußballtrainer, die sicherlich keine ehemaligen Radprofis sind, die sich aber erdreisten, das oben genannte Prinzip ad absurdum zu führen. Bei Temperaturen unter 10–15°C geht der eine gerne in "kurz-lang" an der Seitenlinie spazieren, während der andere "lang-kurz" in seiner Box zur Schau trägt. Die Frage ist nur: Warum machen die beiden dies?
Einer der beiden, der Neu-Bochumer Uwe Rösler, trägt „kurz-lang“, weil er ein symbolisches Statement für Einsatzbereitschaft und die Bereitwilligkeit, unangenehme Situationen zu meistern, setzen will. Er will sozusagen die Hingabe zum Spiel vorleben. Mir ist neu, dass das von der Länge der gewählten Hose abhängt. Was soll's, und wenn's hilft: Aberglaube versetzt schon einmal Berge. Der gute VfL versucht nur, daraus schon wieder einen Kult zu generieren – Trainingshosenverkauf inklusive. Und aufgemerkt: Genutzt hat es nur partiell dieses Wochenende. Bochum hatte sehr viel Glück beim 0:0 in Hannover.
Unions Steffen Baumgart ist da einfacher gestrickt, denn seine Formel „lang-kurz“ bezieht er auf das ihn „erwärmende Spiel“. Daher braucht er obenrum oft nicht viel, selbst bei tieferen Temperaturen. Diesen Freitag durchbrach er aber seine Routine und zeigte sich im dünnen Hoodie mit tatsächlich langen Armen. Vielleicht war dieser Wechsel ja der Grund für den Sieg seiner Mannen. Denn die Berliner konnten ihren „verhassten“ Ost-Rivalen aus Leipzig im eigenen Stadion auf gut bayerisch die Hosen ausziehen. Dabei trafen auch zum Wohlbefinden des Trainers nach langer Durststrecke einmal wieder die Stürmer. Steffen Baumgart wird es da sicherlich ganz warm ums Herz geworden sein.

Noch wärmer wird es beim Blick auf die Tabelle wahrscheinlich den Bayern. Der Vorsprung beträgt nun schon satte 9 Punkte. Sie konnten zwar kurioserweise nicht gegen den Tabellenletzten zu Hause gewinnen, aber keiner der Verfolger, bis auf Leverkusen, konnte 3-fach punkten (siehe oben). Und die liegen schon 12 Punkte zurück. Neu angekommen in diesem Kreis ist die TSG aus Hoffenheim. Letztes Jahr noch Abstiegskandidat und heuer punktgleich mit Leverkusen auf Kurs internationales Geschäft, wenn nicht sogar CL. So schnell kann es gehen. Damit liegen die Badener aktuell sogar vor ihren Landesrivalen aus Stuttgart und Freiburg. Von Heidenheim wollen wir in dem Zusammenhang gar nicht mehr sprechen.
Wer wie gut in unserer Tippgemeinschaft das Rennradfahren beherrscht, ist mir nicht vollumfänglich bekannt. Bei einigen ist auf jeden Fall viel (grelle) Farbe im Spiel, wenn es um die Wahl des Trikots geht. Andere geben mittlerweile eine ähnliche Figur im Hautengen ab wie Steffen Baumgart. Bildhaft gesprochen war auch wieder erst Genanntes im Tippspiel. Auf und ab ging es mit 4 Wechseln, inklusive eines erneuten an der Spitze. Umgekehrt hoffen wir einmal, dass beim nächsten Stadionbesuch das Trikot noch passt – die Weihnachtszeit trägt ja gerne zu weiteren Verformungen bei!