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Duselschieber oder der berühmte Bayern-Dusel

Duselschieber oder der berühmte Bayern-Dusel

Liebe Fußballfreunde,

es gibt extra einen Wikipedia-Eintrag zu dem Thema „Bayern-Dusel“, in dem erklärt wird, dass dies ein in Deutschland verbreiteter Fußballmythos ist. Er besagt, dass die Mannschaft in knappen Spielen häufig als die Dusel-Bayern besonderes Glück habe. Der Begriff entstand in den für den Verein besonders erfolgreichen 1970er-Jahren, wird von Fans und Vereinen der Konkurrenten als Schlagwort verwendet und ist in der heutigen medialen Fußballberichterstattung weit verbreitet. Als geflügeltes Wort wird Bayern-Dusel auch in Bezug auf andere Vereine angewandt.

Und damit zum Thema! Der VfB hatte auch (mal wieder) Dusel, besser gesagt viel Schwein oder gar Massel diese Woche. Und zwar im Pokalhalbfinale gegen Freiburg. Es lief die Verlängerung und Lucas Höler, seines Zeichens Stürmer der in Schwarz spielenden Badener, setzte sich körperlich, aber den Regeln entsprechend gegen Jeff Chabot, den oft ein wenig hüftsteifen Abwehrrecken der Weißroten Schwaben, durch und erzielte den 2:1-Führungstreffer. Mit dem Treffer im Rücken hätten bei gleichbleibendem Ergebnis die Stuttgarter ins Elfmeterschießen gehen müssen, mindestens. Und da etatmäßige Elfmeterschützen wie Ermedin Demirovic oder auch Denis Undav nicht mehr auf dem Platz standen und man gar von einer Elfmeterseuche diese Saison bei den Stuttgartern sprach, wer weiß, was passiert wäre…..!

Dies nennt man daher einen klassischen Fall von „Duselschieberei“. Auch deshalb, weil selbst der DFB zugeben musste, dass es deutlich besser gewesen wäre, das Duell als robusten, aber regelkonformen Zweikampf zu bewerten und damit die Partie weiterlaufen zu lassen und das unmittelbar folgende Tor zu geben. Der Schwabe an sich würde von einem gewissen „Gschmäckle“ sprechen, den ein solcher Sieg und damit der Einzug ins Pokalfinale nun hat. Nur, es ist ja gerade des Schwaben Lieblingsklub, der hier bevorteilt wurde. Da verliert man gerne schnell das Substantiv „Objektivität“ aus dem Auge und wird folglich nachlässig in der Beurteilung!

https://www.kicker.de/is-das-ein-foul-diese-szene-macht-ganz-freiburg-sauer-1213255/video

Im Spiel gegen Bremen hatte der VfB dann weniger Glück und büßte im Kampf um Platz 4 Boden ein. Man konnte gegen gut aufspielende Bremer einen Rückstand zwar aufholen, aber zu mehr als einem Unentschieden reichte es am Ende nicht mehr. Wahrscheinlich wird aber der geneigte, oftmals schwäbelnde Anhänger hier eher nun seinerseits eine Benachteiligung der geliebten Brustringträger anführen. Stichwort Doppelbelastung! Warum muss auch das Halbfinale erst an einem Donnerstag stattfinden und der Mannschaft damit ein Tag weniger Regenerationszeit zur Verfügung stehen? Da kann man ja nur durch die Rotation der Stammspieler bestehen usw. usw.. Wie immer halt, alles eine Frage der Betrachtungsweise.

Betrachtet man den Sieg von Finalgegner Bayern München im Pokal, dann war dieser schon sehr eindeutig. Und wenn wir schon bei den großen Bayern und dem Wort „Dusel“ sind, dann ist die Partie in Mainz vom vergangenen Samstag nicht weit. Denn am Bruchweg lag der frisch gekürte Meister 3:0 zur Pause zurück und es sah stark nach der zweiten Saisonniederlage (besser Bruchlandung) für das Münchner Ballett aus. Fast schon verständlich, denn warum noch groß Aufwand betreiben, wenn alles entschieden ist und ein viel wichtigeres Spiel gegen die PSG ansteht? Aber man kann ja mal kurz Weltstars wie Michael Olise und Harry Kane sowie den immer stärker werdenden Jamal Musiala in der 2. Halbzeit einwechseln. Dieser Fakt hat mit Dusel alleine noch nicht viel zu tun, aber „duselig“ war es schon, dass es genau diesen Spielern gelang, in den letzten 10 Spielminuten das Spiel komplett zu drehen und noch den Sieg herauszuschießen. Zumindest war es eine durchaus glückliche Fügung und spinnt die Sage rund um den Mythos der Dusel-Bayern sicherlich weiter.

Bei unseren drei Führenden im Tableau kann man sicherlich von einem gewissen Dusel ausgehen, den sie bei ihren dargebotenen Wochenendtipps diese Runde wieder hatten. Mit 22, 21 und 20 Punkten ist diesen drei Herren höchstwahrscheinlich vor den letzten drei Tipptagen ein Platz auf dem Treppchen nicht mehr zu nehmen. Außer sie verpassen es rechtzeitig, ihre Eingaben in der Online-Tippabgabe zu machen. Was bei so viel Spannung auf den letzten Metern nicht zu erwarten ist. Wer auch immer am Ende die Nase vorne haben wird, hat es sich aber auf jeden Fall vollumfänglich verdient. Auch wenn ein solcher Sieg sicherlich immer ein wenig auf einer Portion Dusel beruht. Denn ohne eine Prise Glück kann kein Teilnehmer ein Tippspiel wirklich gewinnen.