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Steilvorlage, oder so!

Steilvorlage, oder so!

Liebe Fußballfreunde,

ein „Schnäppchen“ am VfB Schnäppchenmarkt (machen) – ein Kuriosum, das nur in Stuttgart und damit bei einem durch und durch schwäbischen Verein passieren kann. Denn welcher andere Club auf diesem Planeten nennt einen seiner Verkaufsstände ganz offiziell Schnäppchenmarkt. Klingt wie Ramsch- oder gar Restemarkt, wo unter anderem dann B- oder gar Ausschussware erhältlich ist. Im modernen Merchandising ist ja eher Frischware und damit der dreifache saisonale Kollektionswechsel der Standard. Vielleicht aus diesem Grund - um alte Ware wieder schnell loszuwerden? Nichtsdestotrotz, wer gegenteiliges behaupten kann, bitte umgehend melden! Vielleicht gibt es ja auch den VfL, VfR oder gar VfV Schnäppchenmarkt im weiteren oder engeren Stadionumfeld irgendwo in Deutschland.

Einzigartig - nicht nur ein schwäbisches Phänomen?

Damit zum heutigen Thema! Manchmal braucht man, um überhaupt etwas schreiben zu können, einen Anlass oder eben auch umgangssprachlich eine Steilvorlage. Wer eine solche gibt, bietet – oft unbeabsichtigt – einem anderen eine unverhoffte und willkommene Gelegenheit, etwas zu tun, was diesem sehr gelegen kommt, was aber dem „Steilvorleger“ oft gar nicht bewusst ist. Und so wurde aus „ein Schnäppchen am Schnäppchenmarkt“ eine Steilvorlage im doppelten Sinn: Diese Vorlage brachte das Wortspiel und damit den fußballerischen Steilpass erst auf das elektronische Papier, da ich eigentlich zunächst den Aufhänger „Schnäppchenmarkt“ fußballerisch verballhornen wollte. Nur, macht ein Fußballer auf dem Platz überhaupt je ein Schnäppchen – vielleicht wenn er einen Abstauber versenkt?

Das ist aber eher rein fußballtechnisch eine weniger begeisternde Situation, außer man ist wiederum VfB-Spieler und freut sich über solch ein „billiges“ Tor „wie Schmidts Katze“, da es gerade noch zu einem Ausgleich in der 95. Spielminute gereicht hat. Folglich ist eine Steilvorlage, der gern gesehene steile Pass, der so in Richtung oder in die Nähe des gegnerischen Tores gespielt wird, dass ihn ein Mitspieler möglichst direkt zu einem Torschuss oder einem torgefährlichen Zuspiel verwenden kann, sehr viel spannender und vor allem ausgiebig länglich zu beschreiben (siehe die Länge dieses Satzes). Und tada, solche Pässe, auch gerne Schnittstellenpässe genannt, gab es diesen Spieltag durchaus.

Eben einen solchen spielten nämlich die tapfer kämpfenden Heidenheimer in München. Durch einen langen Ball wurde der aus Freiburg ausgeliehene Eren Dinkci in den freien Raum hinter Jonathan Tah geschickt und konnte ein wenig glücklich Münchens Nummer 2, Jonas Urbig, direkt überwinden. Für den Stürmer war es erst der 3. Treffer in dieser Saison, aber seit Bekanntwerden der Blutkrebserkrankung seiner Freundin bereits der zweite Treffer. Für entsprechende Tests um ihr aber auch vielen anderen helfen zu können wurde vor und nach dem Spiel in München geworben. Sehr lobenswert! Der genannte Torschütze und Empfänger des langen Balles war sicherlich darüber nach dem Spiel sehr glücklich. Über das Ergebnis mit dem Ausgleich für die Bayern in der 100. Spielminute wahrscheinlich weniger.

Gemeinsamer Aufruf der Fans in München

Eine andere Art von Steilvorlage erhielt Anton Kade im Spiel Bremen gegen Augsburg. Sein Mitspieler Michael Gregoritsch steckte aus dem Zentrum nach halbrechts in den Strafraum auf ihn durch. Damit war besagter Spieler frei vor dem Torwart und schoss den Ball flach in das lange Eck. Mio Backhaus, der genannte Torhüter, kam mit dem Fuß nicht mehr ran. Im Gegensatz zu Eren war es für Anton bereits der 5. Treffer diese Saison. Am Ende legte er sogar noch ein Tor drauf, so dass er nun doppelt so viele auf seinem Konto hat wie der frühere Bremer. Festzuhalten ist auch, im Gegensatz zum nun endgültig abgestiegenen FCH, dass der FCA-Sieg nie gefährdet war am Osterdeich.

Final kann man feststellen, dass im Gegensatz zu den genannten Steilvorlagen die Mitspieler unserer Tipprunde eher verzweifelt versuchten überhaupt Punkte zu ergattern. Nach 6 absolvierten Spielen war die max. Punktzahl bei einem Mitglied (namentlich: Ciaoraphaello) bei mageren 8 Punkten. Nach 9 Partien sah es nicht viel besser aus. Der ein oder andere ging sogar nur mit maximal 2 Punkten aus dieser Runde. Aber immerhin an der Spitze konnte JoschkaF den Abstand auf 7 Punkte verkürzen. Bei zwei noch ausstehenden Spieltagen ist ein Gesamtsieg damit tatsächlich noch möglich - spannend! Immerhin wird Schnäppchen, der mit dem Markt in Bad Canstatt, gesichert diese Runde nicht Letzter. Diese „Vorlage“ lieferte ihm F7K nun freiwillig durch sehr viel bereitwillige Schlafmützigkeit.