Hacke, Spitze, 1-2-3
Liebe Fußballfreunde,
Rodrigo Ribeiros Vorbild ist sein Landsmann Cristiano Ronaldo. Für einen Portugiesen ist dies keine Frage. Nicht Eusebio, nicht Luis Figo. Nein, unter CR7 macht es die heutige Nachwuchsgeneration nicht in seinem Heimatland. Vor allem wenn man Stürmer werden will. Warum er aber die Bundesliga und auch den oft als graue Maus titulierten FC Augsburg als nächsten logischen Karriereschritt ausgewählt hat, könnte man hinterfragen, bei dem Vorbild. Das kann aber den Fuggerstädtern aktuell egal sein. Denn er scheint auf einem guten Weg zu sein.
Im wichtigen und symbolischen 500. Bundesligaspiel der bayerischen Schwaben wurde der Nachwuchsstürmer direkt als „Man of the Match“ auserkoren. Warum? Eben weil der 20-Jährige ein blitzsauberes Tor mit der Hacke erzielte. Ähnlich wie einst sein Vor-, Vor-, Vor-, Vorgänger Alfred Finnbogason. Diesem gelang 2018 gegen Freiburg ein ähnliches, seltenes Kunststück. Damit legte RR21, um symbolisch eine erste Referenz zu seinem Idol aufzubauen, den Grundstein für den ungefährdeten 150. Sieg in dieser Klasse des FCA gegen harmlose Kölner. Hans Rosenthal würde sicherlich eine solche Leistung als „spitze“ bewerten und einen Luftsprung vollführen.

Das Hackentor zählt dabei zu den kunstvollsten seiner Art. Krass gegensätzlich, auch gerne als hässlich-schön bezeichnet, ist die Schusstechnik mit der Pike, also der Fußspitze. Wenn Rodrigo auch die Vorbilder Ronaldo Nazário oder Ronaldinho gewählt hätte, was namenstechnisch bildhaft „nur um die Ecke“ wäre, dann könnte er auch diese Technik adaptieren. Denn diese beiden „Ronaldos“ trugen sich als entscheidende Torschützen mit der Pike in die Fußballgeschichtsbücher ein. Der eine 2002 im WM-Halbfinale gegen die Türkei, der andere im CL-Spiel gegen Chelsea 2005, wohlgemerkt sogar aus dem Stand. Von diesem Tor hat bestimmt jeder schon einmal gehört oder es gar gesehen:
Leider konnten wir am Samstag weder ein weiteres Hackentor noch eines mit der Fußspitze verzeichnen. Dazu waren die „Kicks“ auch oft zu müde und ergebnistechnisch durchaus überraschend. Siege für St. Pauli in Hoffenheim oder Gladbach gegen Union sind dafür exemplarisch. Auch das Mainzer Unentschieden bei den in 2026 schwächelnden Leverkusenern hatte nicht jeder auf dem berühmten Zettel. Nur das sog. Gipfeltreffen hielt, was es versprach, und zeigte uns, dass die Bayern immer noch das 1-2-3 beherrschen. Denn schlussendlich benötigten sie wie gegen Frankfurt wieder 3 Tore, um einen Sieg einzufahren. Dieses Mal alle 3 in der 2. Halbzeit (die sie letzte Woche noch fast verbummelten). Die Fachjournalie war sich nach dem Spiel einig: Ein gutes, aber auch klassisches Unentschieden-Spiel mit glücklichem Ausgang für die Münchner.
Am Sonntag sah es dann schon anders aus. Beim Sieg der Leipziger in Hamburg passierte es doch tatsächlich ein zweites Mal an diesem Spieltag. Zum Ausgleich nach Hereingabe von Ridle Baku traf der brasilianische Stürmer Romulo mit dem Rücken zum Tor per Hacke ins linke Eck. Stark gemacht und damit sehenswert. Anscheinend hilft ein „Ro“ als Anfangsbuchstaben, um zu solch Traumtoren fähig zu sein. Hier noch so ein Beispiel, überzeugt euch selber:
Und damit zum Schlussakkord. Für alle, denen es nicht so geläufig ist: „Hacke, Spitze, 1-2-3“ ist ein geflügeltes Wort im Fußball für eine besonders artistische, technisch feine Kombination oder ein oft glückliches Zaubertor. Und auch diese Runde hatte der ein oder andere wieder das Glück des Tüchtigen gepachtet. Denn es gab tatsächlich Prognostiker, die o. g. überraschenden Spielausgänge im Portfolio hatten. Namentlich Chrissi, Schnäppchen und Siggi. Gewonnen hat aber am Ende ein Altbekannter – unser aktuell Führender im Tableau, FrankG. Das können wir dann einfach einmal so stehen lassen und schließen: Auch ihr seid hoffentlich der „Meinung, das war (wieder einmal) Spitze!“