Kadermanagement
Liebe Fußballfreunde,
in zahlreichen Interviews nach dem Freitagsspiel feierten die Bayern in München wie so oft sich selbst nach ihrem Sieg gegen Gladbach. Und dabei nicht einmal im Übermaß ihre Dominanz, ihren guten Vortrag, sondern laut und deutlich das Kadermanagement ihres Trainers Vincent Kompany. Gemeint ist damit die Zusammenstellung und Verwaltung einer Gruppe von Personen, typischerweise einer Sportmannschaft. Allgemein stellt es sicher, dass die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Und genannter belgische Trainer macht es anscheinend richtig gut. Er bringt immer neue, junge, talentierte Spieler im Kader nach vorne und schont somit die besten und wichtigsten „Personen“, hier Spieler, für noch wichtigere Aufgaben. Und diese stehen laut den Verantwortlichen beim FCB jetzt im März und April an. Bei den kommenden K.O.-Spielen im Pokal und der CL durchaus nachvollziehbar.
Jüngster Debütant war deshalb nun Maycon Cardozo, der in der 61. Minute in die Partie kam. Auffallend dabei ist, neben dem Fakt, dass der 17-jährige Brasilianer in München bislang noch kaum ein Thema war, dass er noch einmal etwas kleiner ist als Lennart Karl. Sein Gardemaß liegt bei 1,65 Metern, das von Lennart bei stattlichen 1,68 Metern. Kein sehr großer Unterschied, aber durchaus ein neuer Trend beim amtierenden und zukünftigen Deutschen Meister. Kleine, quirlige, flinke Spieler, die verschiedene Positionen einnehmen können. Und auch Maycon wirbelte in der ihm verbleibenden halben Stunde ganz nett über den Platz.

Das würde wiederum Ruud Gullit gefallen. Die holländische Fußballlegende und Vertreter des „Total Futbol“ hat angekündigt, keine Spiele mehr im Fernsehen ansehen zu wollen. Der Fußball, der geboten würde, sei „nur noch zum Wegschauen". Speziell die Premier League (PL) findet er mittlerweile abstoßend. Aber warum? Tja, man kann ihm da schon beipflichten. Die Spiele sind aus seiner Sicht zu statisch geworden. Viele Partien werden nur noch über Standardtore entschieden (Funfact: siehe Wolfsburg gegen Hamburg - 3 Tore beruhend auf 3 Elfmetern). Arsenal London, aktuell Tabellenführer, gewinnt Spiele nur noch durch solche, so der Eindruck. Denn das Team des spanischen Trainers Mikel Arteta kommt schon auf 16 Tore nach Ecken in dieser Saison (neuer PL-Rekord). Auch wird jeder Einwurf mittlerweile auf Höhe des 16-ers hoch und weit „hereingeworfen“. Mit der Konsequenz, dass sich 1,92 Meter große Hünen, das heutige Standardgardemaß, um den Ball balgen und aus dem Gewühl oftmals ein Tor fällt. Nicht schön anzusehen, wirklich!

Und wo er Recht hat, hat er Recht. Die Tippplanung einzelner Protagonisten war dagegen wie bei Vincent K. gut aufgebaut und durchaus durchdacht. Könnte man meinen! Zumindest bei Chrissi und F7K. 4 4er-Tipps bei erstgenannten geben darauf einen Hinweis. Ob aber dieser, mit seinen knapp 1,90 Metern, nicht eher auf seinen puren Instinkt als auf eintrainierte Tippmechanismen setzt, ist eher wahrscheinlich. Anstelle von ausgefeilter Planung lieber „Total Tippbol“ – das ist eher unser Motto!