Mythos Matchplan
Liebe Fußballfreunde,
ein Plan ist immer gut! Will man ein Haus bauen, in den Urlaub „gehen“, ein Jahr gestalten….ein Plan hilft einem, seine Ziele zu erreichen oder bessere Wünsche zu erfüllen. Auch im Fußball wird gerne geplant und am Ende über den berühmten „Matchplan“ philosophiert. Ohne einen solchen gehen moderne Trainer heute nicht mehr ins „Rennen“, besser in ein Fußballspiel – sagt man. Und ja, ein Matchplan ist definitorisch eine strategische Vorabplanung für einen sportlichen Wettkampf, der taktische Züge, Gegneranalysen und konkrete Handlungsanweisungen umfasst.
Nur ist dieser mehr Mythos oder tatsächliche Realität und damit eine Hilfestellung für die Mannschaft? Manuel Baum, seines Zeichens lizensierter Fußballausbilder und -trainer, tendiert mehr zu ersteren. Klar analysiert man den Gegner, überlegt sich taktische Formationen, die zu diesem passen könnten, vermittelt Ideen, mit welchen man den Gegner gut bearbeiten oder gar -kämpfen kann. Aber einen Plan für 90 Minuten mit klaren Handlungsanweisungen für jeden Abschnitt, den gibt es nicht. So sein Gedankenansatz. Diese Ansicht kann man grundsätzlich teilen.
Denn wäre das Spiel durchgängig planbar, dann würde der letzte „Hauch eines gewissen Zaubers“ verloren gehen. Der VAR (Video Assistant Referee) macht hier schon genug „kaputt“. Und wie soll man bspw. erklären, dass man als Trainer den Spielern die klare Anweisung gegeben hatte, nicht grob fahrlässig zu foulen, und nach 20 Minuten ist es doch schon geschehen?
Beispiel gefällig: Dominik Kohr, vielfach erwähnter König des Fouls mit gestreckter, gesundheitsgefährdender Sohle, hat sicherlich schon öfter die Direktive erhalten, dies zu unterlassen – sich zu mäßigen. Und hilft es? Nicht im Geringsten. Am Freitag im Spiel gegen Hamburg war er mit dieser Straftat wieder einmal doppelt auffällig. Zum Glück für ihn, dass er ohne zweite Verwarnung blieb, sonst wäre die siebte Gelb-Rote Karte zu Buche gestanden (akt. inkl. Rotsperren: 14 Feldverweise). Absoluter Bundesligarekord – oder ggf. doch gewollt und damit Bestandteil des Matchplans der Trainer von Herrn Kohr?

Das wäre sicherlich zu einfach und damit ein weiteres Beispiel für die Mythosbildung um einen Matchplan. Keine Sage, sondern bitterste Realität war die Niederlage der Frankfurter Eintracht in München. Auch wenn es am Ende weniger schlimm kam, als die meisten wohl befürchtet hatten. Das lag auch an der etwas planlosen Herangehensweise der Bayern in der zweiten Halbzeit. Vor allem Harry Kane, das Torwunder, verursachte mal wieder einen Elfmeter. Ein Befreiungsschlag, der an der Ferse seines Gegenspielers hängen blieb. Und es ist nicht das erste Mal, dass er in dieser Saison als Elfmeter-Sünder in Erscheinung tritt. Schon Anfang Dezember 2025 war der 32-Jährige regelwidrig im eigenen Sechzehner zu Werke gegangen – beim Auswärtssieg bei Union Berlin im Achtelfinale des DFB-Pokal (ebenfalls 3:2). Auch dieses unglückliche Verhalten hat sicher nicht sein Trainer von ihm verlangt, noch war es Bestandteil des Matchplans.

Nicht vorhersehbar war auch das Unentschieden der Dortmunder in Leipzig. Wie in der Partie in München fand die Borussia in Durchgang 1 nicht den Zugriff auf das Spiel und wurde teilweise von den Roten Bullen dominiert. Ergo lag man auch zur Pause 0:2 zurück. Wäre nicht dem Leipziger Romulo ein Eigentor unterlaufen, auch wieder eines dieser planbaren Ereignisse pro Spiel, dann könnte man sicherlich mit Fug und Recht behaupten, Dortmund wäre nicht mehr zu einem Unentschieden gekommen.
Ähnliches gilt für die Stuttgarter. Nach wildem Schlagabtausch musste man sich im innerschwäbischen Duell mit einem Remis zufriedengeben. Weder Fisch noch Fleisch für die West- und Ostschwaben im Kampf um die CL-Plätze oder den Abstieg. Und aufgehorcht! Ein hauchzartes Abseitstor des Stürmers Ermedin Demirovic war garantiert nicht im VFB-Matchplan vorgesehen. Sebastian Hoeneß kann das bestimmt bestätigen.
Der Matchplan von FrankG ist dagegen offensichtlich. Tippen, was das Zeug hält. Mit dem 23. Spieltag bereits die 300-Punktemarke geknackt. Bei noch 10 ausstehenden Tipprunden könnte es gut in den 400er-Bereich gehen. Voraussetzung dafür ist, dass sein Plan Woche für Woche aufgeht.
Der Spieltagsieg wiederum ging dieses Mal an Chrissi und Siggi. Die I-Fraktion trat wie Phönix aus der Asche wieder ein wenig ins Rampenlicht. Erstgenannter nach ausgewiesener Tippvergesslichkeit inkl. Tipppunkteinbuße und zweitgenannter nach dem Abrutschen von Platz 2 auf Platz 7. Welchen genauen Plan beide dabei verfolgen, müssen wir sie selbst fragen. Wahrscheinlich steckt auch nicht wirklich einer dahinter, wie bei den meisten Tippkollegen – und damit wären wir wieder am Anfang: Alles nur ein Mythos!?