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Stadionvlog

Stadionvlog

Liebe Fußballfreunde,

vielleicht hat der ein oder andere in unsere durchaus „älteren“ Tippcombo schon einmal einen Vlog angeklickt, den junge Menschen, vor allem junge Männer, gerne auf YouTube oder anderen Plattformen teilen. Die Handykamera immer am Mann, An- und Abreise sowie jede wichtige Spielszene kommentierend, das sind präziser gesagt sogenannte Stadionvlogs. Diese virtuellen Tagebücher bieten persönliche Einblicke in die Atmosphäre und Hintergründe aus der Fan-Perspektive. Dabei versucht der ein oder andere Vlogger (nicht zu verwechseln mit einem Blogger), sich auch gerne im Erklärmodus und als Sightseeingtour-Tippgeber. Nicht immer gelungen, aber ab und an wirklich empfehlenswert – wenn man vom Fußball allgemein noch nicht satt ist.

Andererseits werden in solchen Fußballtagebüchern manch interessante Geschichten dokumentiert. Würde man einen Vlog über diesen Spieltag abdrehen, dann wäre ganz vorne die Geschichte der Bayern anzusiedeln, denn sie beginnen langsam, in der Liga zu schwächeln. Oder die der Eintracht aus Frankfurt, die immer mehr abzurutschen droht. Des Weiteren wäre da noch die der Unioner, die „Sieg“ in 2026 nicht mehr können. Oder die der Werderianer, die Gleiches schon seit 10 Spieltagen nicht mehr hinbekommen. Oder eben die der Augsburger & Stuttgarter, die ich hier ja einfach schon aus fantechnischen Gründen nennen muss, die schon 4 bzw. 7 Spiele in Folge ungeschlagen sind. Oder, oder, oder …!

Beginnen wir mit der Münchner, eigentlich besser, der Hamburger Geschichte. Beim alten Rivalen in Hamburg mussten die Bayern das zweite Unentschieden der Saison hinnehmen. Nicht unverdient, was die Rothosen da mitnahmen. Michael Olise entnervt, durch zwei Abwehrspieler den Ausgleichstreffer vorbereitet und abgeschlossen. Alles in allem wie schon der FCA, ohne den berühmten Bus vor dem Strafraum ein Remis erspielt. Die Magie des alten Volksparkstadions ausgenutzt und gepunktet. Eine nette Erzählung, die für die Münchner ein erster Fingerzeig sein kann, jetzt doch wieder mehr fokussiert zu agieren. Bei den Hamburgern hingegen muss sich zeigen, ob man in den anstehenden Duellen mit Heidenheim und Mainz so weitermachen kann. Erinnerungen an frühere erfolgreichere Zeiten kamen aber auf jeden Fall auf bei dieser Partie im einzigen Stadion ohne Sponsornamen auf der Außenhülle.

Die Frankfurter Geschichte wiederum ist kurz erzählt. Es klingelt weiter zu oft im Kasten, trotz eigener, ansehnlicher Spielzüge und Dribblings vor dem gegnerischen Tor. Ähnliches gilt für Bremen. Ein Lastminute-Ausgleichstreffer hilft nur bedingt, auch wenn der Schütze Topp heißt. Bremen ist ohne mehr Durchschlagskraft im Sturm nicht in der Liga zu halten. Der Trainer musste auch entsprechend „post ludum“ gehen. Andersherum sind Berliner Geschichten wie auch die Nächte dort ja bekanntlich lang. Die aktuelle Serie ohne Sieg könnte schwierig werden für die Unioner, wenn sie weiter anhält. Aber bekanntlich haben sie ja noch ihre alte Försterei, in der sie den ein oder anderen Konkurrenten weidgerecht erledigen können. Das haben sie seit ihrem Aufstieg hin-„länglich“ immer wieder bewiesen.

Keke Topp und der Jubel nach seinem erstes Saisiontor

Dann fehlt nur noch die Geschichte des FCA und des VfB von diesem Wochenende. In Augsburg konnte man trotz fataler Schiedsrichterfehlentscheidung (unberechtigter Elfmeterpfiff) einen Sieg gegen St. Pauli einfahren. Der Ex-Freiburger Michael „Gregerl“ Gregowitsch war wieder einmal „on fire“ und hat seine „Doppelpackrückkehrdebüttore“ gegeben und somit den Paulianer-Sinkflug verstetigt. Ein Tor weniger, aber dafür das entscheidende, schoss der frühere Frei- und Augsburger Ermedin Demirović in der 90. Spielminute für die Stuttgarter gegen besagtes Freiburg. Damit konnte der Anschluss an das Spitzentrio gehalten werden. Und wer sich fußballgeschichtlich ein wenig auskennt, der erinnert sich, dass die beiden Stürmer einst zwischen Augs- und Freiburg unentgeltlich getauscht wurden – als kleine Anekdote am Rande für alle Fußballjunkies.

Die Geschichte des Tippspieltages hingegen ist schnell erzählt. Drei Veränderungen durch Positionswechsel im Tableau. Abräumer des Spieltages war meine Wenigkeit (okay, ebenso JoschkaF, der gerade noch „so“ mithalten konnte). Full Stop!

Halt, eins noch - um wie ein echter Vlogger oder besser Blogger zu enden: Danke fürs Lesen!