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Zwergenaufstand

Zwergenaufstand

Liebe Fußballfreunde,

es ist vollbracht! Die alles überragenden Bayern aus München mussten in der heimischen Allianz Arena ihre erste Saisonniederlage hinnehmen. Und dies nicht wie naheliegend durch einen der früheren „natürlichen“ Rivalen, wie zum Beispiel Dortmund oder Leverkusen. Nein, der kleine Nachbar aus Augsburg, eher ein Fußballzwerg, brachte den Riesen zu Fall. Zu Verdeutlichung: Augsburgs finanzieller Wert liegt bei rund 148 Millionen Euro, in das Stadion passen gerade einmal 30.000 Zuschauer hinein und die Mitgliederzahl ist ähnlich „hoch“. Die großen Bayern kommen auf 981 Millionen Euro Marktwert, das Stadion fasst knapp 80.000 Besucher und die Anzahl der Mitglieder ist fünfzehnmal größer als westlich von München.

Alles in allem war es nicht einmal unverdient. Durchaus einfallslose und vor allem in Teilen zweikampfschwache Münchner fanden nicht den berühmten Schlüssel zum Erfolg. Augsburg hingegen nutzte seine Chancen konsequent und hatte mit dem kleineren Mittelfeldspieler Han-Noah Massengo seinen symbolischen Matchwinner. Ein sauber herausgespielter Konter brachte die Schwaben auf die Erfolgsstraße. Davor nutzte die von Hoffenheim ausgeliehene brasilianische Abwehrkante mit Namen Arthur Chaves (Markenzeichen: „deutschester Brasilianer“ laut der Aachener Zeitung) per Hinterkopf eine Unachtsamkeit der bayerischen Hintermannschaft geschickt zum Ausgleich. Und schon war es passiert. Wer sage da nicht, dass Fußball ein ganz einfaches Spiel sei?

Ähnlich einfach konnten die bereits erwähnten Dortmunder gewinnen. Die unter der Woche in der CL mal wieder alles schuldig gebliebene Mannschaft spazierte durch den Unioner Vorgarten, auch gerne Strafraum genannt, und schoss diese kurzerhand ab. Maxi Baiers Tor nach schöner Vorlage von Jobe Bellingham „machte“ den berühmten Deckel drauf. Apropos Jobe: Bisher konnte der kleine Bruder von Jude noch nicht wirklich auf sich aufmerksam machen. Der Name Bellingham kommt einem ja jetzt schon riesenhaft im internationalen Fußball vor. Aber das wohl temperierte Zuspiel auf Baier macht Hoffnung auf mehr. Vielleicht kann er doch bald in die größeren Fußstapfen seines Bruders treten. Vom Zwerg zum Riesen, sozusagen rein symbolisch – irgendwann.

Note: 2,5 im Spiel gegen Union - es wird langsam

Auf Hoffenheim könnte die Redewendung diese Saison durchaus ebenso zutreffen. So beschreibt sie doch eine immense Entwicklung oder Steigerung von Klein zu Groß. Platz 3 in der aktuellen Tabelle und die stolzen Frankfurter in Halbzeit 2, wohlgemerkt im heimatlichen Deutsche Bank Park, hergespielt. Nun gut, die Abwehrprobleme der Hessen sind mittlerweile hinlänglich bekannt. Aber das Team aus dem Rhein-Neckar-Kreis macht es nun schon seit einigen Wochen sehr gut und steht nicht unverdient auf Platz 3. Und wer hätte es gedacht: Dass Hoffenheim, ein Stadtteilverein aus Sinsheim mit einem Zuschauerschnitt von 24.000 (meist hervorgerufen durch ein Gästekartenkontingent von fast 10.000 Karten) und einem Marktwert von 197 Millionen Euro, voraussichtlich international bei den ganz Großen mitmischen darf, das kommt schon einem Zwergenaufstand gleich – nur mit der Anmerkung, dass dieser Aufstand durchaus dauerhaft und saisonübergreifend sein könnte.

Auch nach ein wenig mehr dauerhaftem Erfolg sieht es bei unserem Tippfreund JoschkaF aus. Er erprobte zwar nicht direkt dieses Wochenende einen Zwergenaufstand, mit seinen grob geschätzten 175–178 cm Körperlänge. Nein, aber er hopfte wieder eins nach oben in der Tabelle auf seinen mittlerweile angestammten 3. Platz. Immerhin schon 7-mal in dieser Saison konnte er diesen sein Eigen nennen. Ebenso mit einer Platzverbesserung konnte unsere Tippkante Chrissi, der durchaus in Größe (sicherlich aber nicht in Gewicht) mit dem Brasilianer Chaves mithalten kann, aufwarten. Es war die zweite Verbesserung in Folge und der Abstand zum nächsthöher gelegenen Platz beträgt auch „nur“ noch 9 Punkte. Man könnte das dann einen „kleinen“ tabellarischen Aufstand nennen – aber nur wenn man will.