Natur, Hybrid oder gar Kunst?
Lieber Fußballfreunde,
grod is 's jo recht koid, bessa zapfig. Die Temperaturen liegen kontinuierlich unter 0 Grad. In manchen Regionen Deutschlands liegt mal mehr oder mal weniger Schnee. Die Frage, die sich da der ein oder andere Fußballfachmann stellt, ist: Welcher Rasen ist da nun am besten geeignet, um der kalten Jahreszeit zu trotzen? Natur-, Hybrid- oder gar Kunstrasen? Denn nicht alle Bundesligisten haben sich zur Vorbereitung auf die zweite Halbserie in den sonnigen Süden verdrückt. Im Übrigen, für alle, die kein Hybridauto besitzen: Hybridrasen ist ein robuster Mix aus Naturrasen und eingearbeiteten Kunstfasern.
Der HSV, einer von 12 Vereinen, die in der Heimat geblieben sind, nutzte intensiv in der Vorbereitung seinen Kunstrasenplatz aus gegebenen Gründen. Bekanntlich ist ein Kunstrasen sehr einfach vom Schnee zu befreien und weicht nicht auf – durchaus ein Vorteil. Andere, wie die Daheimgebliebenen aus Augsburg, Leverkusen, Mainz, München, St. Pauli und Stuttgart, verwenden seit längerem die Hybridvariante als Trainings- oder gar Spieluntergrund für ihr Stadion. Dieser belastbare Teppich hat sich als widerstandsfähiger und robuster herausgestellt gegenüber dem herkömmlichen Naturrasen.
Vielleicht war das ja mit ein Grund, warum trotz der kurzen Vorbereitungsphase 6 Klubs auf Reisen gingen. Nach Durchsicht der Fakten eher weniger, denn nur Gladbach und Dortmund trainieren noch auf reinem Naturrasen. Der Rest, vorrangig aus den hochgepäppelten Retortenstandorten wie Hoffenheim, Wolfsburg oder Leipzig, hat die Hybridvariante längst am Start. Daher muss es andere Gründe geben für die Flucht. Und welcher gewählte Standort in der Vorbereitung die bessere Wahl ist, sagt uns gleich das … nein, nicht das Licht, eine kleine Analyse:
Wie wir an der Partie Frankfurt (Zuhause geblieben) gegen Dortmund (in die Ferne gereist) feststellen können, scheint der Ort und auch der zuhause verwendete Rasen keinen großen Einfluss auf die Leistung und damit das Ergebnis zu haben. Beide Teams lieferten ein Spektakel und trennten sich 3:3 unentschieden. Dabei fielen jeweils die entscheidenden Treffer erst in der Nachspielzeit und illustrieren das aufregende Hin und Her mit wechselnden Führungen, gepaart mit dem einen oder anderen Fehler.
Für Heidenheim (auf der zugigen Ostalb) gegen Köln (im warmen Spanien) gilt das gleiche Prinzip. Man lieferte zwar kein Spektakel-Spiel, aber ein solides Remis. Said El Mala, der Lennart Karl von Köln, erlöste seine Mannen als Joker in Halbzeit 2 nach seinem Standardmuster: von links nach innen ziehen und mit rechts abschließen!
Bleiben noch die Partien Gladbach gegen Augsburg und München gegen Wolfsburg. Die durchaus ortstreuen bayerischen Mannschaften starteten völlig unterschiedlich in das neue Jahr. Während die in die Türkei gereisten Fohlen den schwachen FCA in Halbzeit 1 geradezu zerlegten, brachte den Wolfsburgern ihr Ausflug an die portugiesischen Strände nichts ein. Unter Zuhilfenahme zweier Eigentore ging man in München mit sage und schreibe 8:1 sprichwörtlich baden. Folglich auch irgendwie ein Unentschieden – einmal gewann das „Reise-Team, das andere Mal das „Zuhause-Team“.
Der Rest waren „Begegnungen der gleichen Art“ und bedarf keiner genaueren Analyse basierend auf den angewandten Kriterien. Man sollte hier nur den „Ausrufezeichen-Sieg“ der Schwaben kurz erwähnen. Anscheinend, höchstwahrscheinlich aufgrund der Wetterlage im Rheinland, war keine professionelle Vorbereitung für Bayer möglich, denn man fiel schon im 1. Durchgang förmlich auseinander und verlor am Ende verdient mit 0:4.
Eine Begegnung der 3. Art war dann noch das Gesamttippergebnis: Fast alle Teilnehmer im Gleichschritt und somit mit demselben Tippergebnis von 8 Punkten. Okay, bis auf 4 Ausreißer – zwei nach unten und zwei nach oben. Aus der Gilde derjenigen mit der negativen Abweichung sticht Michael hervor. Nach meinem Kenntnisstand war er auch das einzige Tippmitglied, welches in südlichen Gefilden weilte, zwischen den Jahren. Das hat ihm anscheinend nicht gutgetan.
Den besten Ausreißer nach oben produzierte wiederum einer, der tatsächlich noch richtig Fußball trainiert. Vielleicht auch diese Woche schon wieder zuhause auf Rasen, welcher Bauart auch immer. Wenn, dann hat es wohl geholfen. Seine Initialen: F7K!