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Vorfreude pur?!

Vorfreude pur?!

Liebe Fußballfreunde,

und, ist die Anspannung bereits gewachsen? Heute ist der 10.06.2026 und morgen startet die 23. Ausgabe der FIFA-Fußballweltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA. Zum Auftakt der Gruppe A empfängt die mexikanische Nationalmannschaft die Südafrikaner im berühmten Aztekenstadion in Mexiko-Stadt. Anpfiff ist 21 Uhr MEZ. Bis dahin müssen die jeweiligen Tipps für den ersten Spieltag im „Kasten“ sowie die sog. Bonusfragen beantwortet sein. Wer Interesse hat, WM-Tippkönig zu werden, sollte dies berücksichtigen. Ansonsten beginnt das „Rennen“ bereits zum Start mit einem gewissen Handicap. Im Gegensatz zum Golf, wo es eine Art Ausgleichsindex darstellt, kann man in der großen weiten Tippwelt einen solchen Nachteil nicht mehr ausgleichen. Denn mögliche 60 Punkte basierend auf den Zusatzfragen sind endgültig futsch, folglich nicht mehr erreichbar. Es sei denn, man ist in den restlichen 103 Partien absolut sattelfest. Aber wer ist das schon!

Einen Nachteil ausgleichen musste im Sommer 1970 auch Franz Beckenbauer. Im gewissen Sinne sozusagen und um direkt ein wenig Nostalgie ins Spiel zu bringen. Im besagten Jahr fand die 9. Fußballweltmeisterschaft in Mexiko statt. Im mit 102.444 Zuschauern gefüllten legendären Aztekenstadion (aktuelles Fassungsvermögen 83.264) fand das Halbfinale zwischen Italien und Deutschland statt, welches später als Jahrhundertspiel (Partita del secolo in italienisch) in die Analen eingehen sollte. Keiner von uns wird das damals live und in Farbe am Fernseher erlebt haben. Entweder war man noch zu klein, um überhaupt zu verstehen, was da passierte, oder der elterliche Fernseher konnte nicht „Color“. 3 Jahre nach Einführung des Farbfernsehens in Deutschland war dies noch kein durchgängiger Standard in den entsprechenden Wohnzimmern.

Die Geschichte des Spiels ist denke ich hinlänglich bekannt. Auch die des gebrochenen Schultereckgelenks des damals noch im Mittelfeld agierenden Münchners. Ab der 65. Minute musste der Kaiser mit einer Bandage und fixiertem Arm spielen. Zum einen, weil das Auswechselkontingent schon ausgeschöpft war, zum anderen, weil man seine feinen Pässe weiterhin benötigte. Mit seinem unbändigen Willen und seinem Durchhaltevermögen machte er den so entstandenen Nachteil fast wieder wett. Die britische Zeitung Evening Standard adelte ihn nach dem Spiel für seine Leistung, indem sie schrieb, er habe das Feld „wie ein verwundeter, besiegter, aber stolzer preußischer Offizier“ verlassen.

Gedenktafel für ein Spiel, das Partido del Siglo (in spanisch) – sowas gibt es nur in Mexiko

Leider wird heuer kein Halbfinale in der legendären Spielstätte stattfinden und damit kann wahrscheinlich keine weitere Gedenktafel aufgehängt werden. Diese wichtigen Spiele finden 2026 in den USA jeweils in Dallas und Atlanta statt. Beiden Spielorten wurde 1994 noch nicht diese Ehre zuteil. Atlanta war noch nicht einmal Spielort zu dieser Zeit. Schade, ein Halbfinale in der fußballverrückten Hauptstadt des fußballverrückten Landes Mexiko hätte der jetzigen WM sicherlich gutgetan – meine Mutmaßung. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Bleibt festzuhalten, entweder ihr haltet es wie Franz und versucht, euren Nachteil tapfer am Tippbrett auszugleichen, oder ihr macht es euch einfach und legt vor dem Anpfiff morgen rechtzeitig los!